Auf der Grundlage der wissenschaftlichen Erkenntnisse sind hier 5 wichtige Aspekte der Regeneration aufgeführt, die Krebspatient:innen nach Lauf- oder Walking-Veranstaltungen berücksichtigen sollten:

1. Cool-Down-Phase mit sanften Dehnübungen

Dehn- und Beweglichkeitsübungen sollten nach dem Training durchgeführt werden, wenn die Muskeln warm sind, um Verletzungen und Beschwerden zu vermeiden.[1] Die NCCN-Leitlinien empfehlen ausdrücklich, die großen Muskelgruppen im Rahmen der Abkühlphase nach aeroben Trainingseinheiten zu dehnen.[1] Dies beugt Muskelverspannungen vor und unterstützt die Regeneration

2. Müdigkeit beobachten und bewältigen

Krebsbedingte Müdigkeit unterscheidet sich von normaler Trainingsmüdigkeit und erfordert besondere Aufmerksamkeit. Die Teilnehmenden sollten ihren Müdigkeitsgrad selbst beobachten und Strategien zur Energieeinsparung anwenden.[2] Zu den wichtigsten Ansätzen gehören:

  • Pausen zu geeigneten Zeitpunkten einplanen, ohne die Schlafqualität in der Nacht zu beeinträchtigen
  • Aktivitäten priorisieren und das Tempo in den Tagen nach der Veranstaltung dosieren
  • Verstehen, dass ein gewisses Maß an Müdigkeit zu erwarten ist, sich aber allmählich bessern sollte[3]

Wenn die Erschöpfung anhält oder sich deutlich verschlimmert, solltest du deinen Arzt konsultieren, da dies auf die Notwendigkeit einer weiteren Abklärung hindeuten kann.[2]

3. Ausreichende Flüssigkeitszufuhr und ausgewogene Ernährung

Zwar wurden in den Bewegungsrichtlinien für Krebspatienten keine spezifischen Protokolle zur Flüssigkeitszufuhr detailliert beschrieben, doch wird im Rahmen eines umfassenden Ermüdungsmanagements eine Ernährungsberatung empfohlen.[2] Du solltest:

  • auf eine ausreichende Flüssigkeits- und Elektrolytzufuhr achten, was besonders wichtig ist, da Krebsbehandlungen den Flüssigkeitshaushalt beeinflussen können[2]
  • auf eine ausreichende Kalorienzufuhr achten, um die Genesung zu unterstützen
  • bei behandlungsbedingten Ernährungsproblemen die Konsultation eines Ernährungsberaters in Betracht ziehen

4. Auf den Körper hören und Warnzeichen erkennen

Krebspatient:innen müssen sich bestimmter Sicherheitsaspekte bewusst sein, die sich von denen der Allgemeinbevölkerung unterscheiden.
Wichtige Vorsichtsmaßnahmen sind unter anderem: [2]

  • Knochenmetastasen (erhöhtes Frakturrisiko)
  • Niedrige Thrombozytenzahl (Thrombozytopenie)
  • Anämie
  • Kürzlich durchgeführte Operation oder aktive Infektion
  • Anhaltende oder Spätfolgen der Behandlung wie Kardiomyopathie
  • Beurteilung des Sturzrisikos

Die Teilnehmenden sollten es vermeiden, ungewöhnliche Symptome zu ignorieren, und sich an ihr Behandlungsteam wenden, wenn sie Brustschmerzen, starke Atemnot, Schwindel oder andere besorgniserregende Symptome verspüren.

5. Das Aktivitätsniveau auch in Zukunft aufrechterhalten

Die Veranstaltung sollte eher als Teil eines fortlaufenden Bewegungsprogramms denn als isolierte Leistung betrachtet werden.[1][4]
Es gibt eindeutige Belege dafür, dass Krebsüberlebende Folgendes tun sollten:

  • Mindestens 150 Minuten moderater körperlicher Aktivität pro Woche (oder 75 Minuten intensiver körperlicher Aktivität) fortsetzen[1][4]
  • 2–3 Mal pro Woche Kraft- oder Widerstandstraining betreiben[1]
  • in den Tagen nach der Veranstaltung langes Stillsitzen vermeiden[1]
  • die Teilnahme an strukturierten Bewegungsprogrammen für Krebsüberlebende in Betracht ziehen, falls zusätzliche Unterstützung benötigt wird[5]

Körperliche Aktivität verbessert nachweislich die kardiorespiratorische Fitness, verringert Müdigkeit und steigert die Lebensqualität sowohl während als auch nach der Krebsbehandlung.[6]

Quellen

  1. Survivorship. National Comprehensive Cancer Network. Updated 2026-04-08.
  2. Cancer-Related Fatigue. National Comprehensive Cancer Network. Updated 2026-04-10.
  3. Management of Fatigue in Adult Survivors of Cancer: ASCO-Society for Integrative Oncology Guideline Update. Bower JE, Lacchetti C, Alici Y, et al. Journal of Clinical Oncology : Official Journal of the American Society of Clinical Oncology. 2024;42(20):2456-2487. doi:10.1200/JCO.24.00541.
  4. Leitlinie der American Cancer Society zu Ernährung und körperlicher Aktivität für Krebsüberlebende. Rock CL, Thomson CA, Sullivan KR, et al. CA: A Cancer Journal for Clinicians. 2022;72(3):230-262. doi:10.3322/caac.21719.
  5. Praxisnahe Umsetzbarkeit und Wirksamkeit eines individualisierten Trainingsprogramms bei Menschen mit Krebs. Avancini A, Borsati A, Adamoli G, et al. Journal of Clinical Oncology. 2026;44(Suppl 16):12040. doi:10.1200/JCO.2026.44.16_suppl.12040.
  6. ASCO-Leitlinie zu Training, Ernährung und Gewichtsmanagement während der Krebsbehandlung. Ligibel JA, Bohlke K, May AM, et al. Journal of Clinical Oncology : Official Journal of the American Society of Clinical Oncology. 2022;40(22):2491-2507. doi:10.1200/JCO.22.00687.
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